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Delfintherapie

 

Es gibt keine allgemeingültige Definition für den Begriff der "Delfintherapie", die auch "delfin-gestützte Therapie" genannt wird. In den USA werden die Begriffe Dolphin - Human Therapy (DHT) und Dolphin Assisted Therapy (DAT) benutzt. Die unterschiedlichen Konzepte der einzelnen Therapiezentren weichen teilweise stark voneinander ab. Allerdings geht es bei allen um die Interaktion zwischen Mensch und Delfin. Dies geschieht meist auf einer Plattform oder direkt mit dem Delfin im Wasser. Der Delfin wird dabei meist als positiver Verstärker eingesetzt und soll die Kinder zu höheren Leistungen motivieren (NATHANSON 1989, 1993). Auch dient der Delfin als "Eisbrecher", um in die Welt autistischer Kinder vorzudringen (SMITH 1984). Einige Therapiezentren gehen sogar davon aus, dass der Delfin durch sein Sonarsystem heilen kann. Das Sonar, das ähnlich wie der medizinische Ultraschall funktioniert, soll bereits nach 15 Minuten Delfinkontakt die Gehirnwellen in einen Alpha- Zustand bringen und so für besseres Arbeiten und kreativeres Denken sorgen.

Therapieziel ist die Förderung der körperlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten durch den Kontakt mit dem Delfin. Häufig wird sich auch die therapeutische Wirkung des Wasser zu Nutze gemacht. Dr. Nathanson der als Begründer der Delfintherapie gilt, definiert sein Therapieziel sehr deutlich. Der Patient soll an seinem Entwicklungsstand abgeholt werden. Seine Fähigkeiten und Fertigkeiten sollen durch die Delfine erweitert und gefestigt werden. Sein Hauptziel ist, die Patienten zu motivieren und ihr Selbstvertrauen zu erhöhen. Die Delfintherapie soll Erfolge aus der Vergangenheit festigen und erweitern, gleichzeitig aber neue Energie für das Fortführen von anderen Behandlungen geben. Gerne wird die Delfintherapie als "Motivationskick" für Eltern und Kind gesehen, sie soll eine Ergänzung zu anderen Therapieformen darstellen.

Dr. Betsy Smith hat sich als Erste mit der Wirkung von Delfinen auf Autisten beschäftigt. Dennoch gilt Dr. Nathanson als Begründer der Delfintherapie. Sein Forschungsprojekt startete 1978 in Ocean World, Florida. Er sorgte erstmals 1989 für großes Aufsehen, als er in seiner zweiten Studie "Using Atlantic bottlenose Dolphins to Increase the Cognition of Mentally retarded children" behauptete, bei der Begegnung mit den Delfinen gingen Angst, Stress und Unruhe verloren. Die Kinder, so lauteten seine Ergebnisse, lernten mit Delfinkontakt zwei - zehnmal so schnell.

Selbst in Deutschland wird die Delfintherapie immer beliebter. Bis zu 60% der Patienten von Dr. Nathanson kommen aus Deutschland. Die hohen Kosten, die hierdurch entstehen, sind von den Familien alleine oft gar nicht aufzubringen. Aus diesem Grund wurden Vereine wie zum Beispiel "dolphin-aid e.V.", "dolphin-kids e.V." und "dolphin support austria" gegründet.

Seit 1998 macht sich auch Deutschland die Sympathie der Meeressäuger zunutze. Die Universität Würzburg arbeitet zusammen mit dem Tiergarten Nürnberg an einem neuen Forschungsprojekt über Delfintherapie. Falls das Projekt erfolgreich ist, wird in Betracht gezogen, die Delfintherapie direkt in Deutschland anzubieten.